„Gerechtigkeit hat ihren Preis“: Fast 30 Millionen Euro für NSU-Prozess

Der NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und weitere Mitangeklagte hat der Nachrichtenagentur DPA zufolge „unter dem Strich mehr als 30 Millionen Euro gekostet“. Dies teilte der Präsident des Münchner Oberlandesgerichts (OLG), Peter Küspert, am Donnerstag mit.

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Er bezifferte die bislang addierten Kosten des Prozesses am Donnerstag auf 27,5 Millionen Euro. Diese Summe – darunter auch Kosten für Verteidiger und Nebenklage-Anwälte – sei aber noch nicht endgültig. „Voraussichtlich kommen am Ende nochmals einige Millionen Euro hinzu“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur. Die Kosten des Ermittlungsverfahrens seien dabei nicht eingerechnet. „Gerechtigkeit hat ihren Preis“, betonte Jurist Küspert ausdrücklich.

Im Juli verkündeten die Richter am Münchner OLG das Urteil „Lebenslang“ für die NSU-Terroristin Beate Zschäpe. Weitere NSU-Mitglieder wie Ralf Wohlleben und Carsten Schultze, die Waffenbeschaffer für den NSU-Komplex, Holger Gerlach oder André Eminger wurden jeweils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) war eine neonazistische terroristische Vereinigung, die ab 1999 aktiv war. Die Organisation ermordete zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin und verübte mehrere Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. Immer wieder wiesen und weisen Sicherheitsexperten auf Verbindungen und Verkettungen von bundesdeutschen Geheim- und Nachrichtendiensten zum NSU-Komplex hin.

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